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maschek

20.3.2011

Freiheit für Liu Xiaobo

Am 20.3.2011 gab es eine weltweite Lesung unter dem Motto "Freiheit für Liu Xiaobo", die in Bremen von Amnesty in Kapitel 8 organisiert wurde. Vor 30 Zuhörern las Schauspieler Siegried Maschek Texte von Liu Xiaobo,die zwei Gedichte 'Warte mit dem Staub auf mich', 'Worte die eine Zelle nicht halten kann' und die Charta 08, die als ein Reformprogramm für China verstanden werden kann und die bisher ca. 10.000 Menschen in China unterschrieben haben. Als Einführung wurde von AI auch über die Lage der Menschenrechte in China informiert. Die ausliegenden Petitionen fanden regen Zuspruch.
Derzeit ist Liu Xiaobo weltweit der einzige Friedensnobelpreisträger der noch in Haft ist. 2009 wurde Liu Xiaobo, nachdem er mit anderen Dissidenten die Charta 08 verfasst hatte, zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, unter dem fadenscheinigen Vorwurf, er habe "die Staatsauthorität unterhöhlt". Bei der Charta 08 handelt es sich um ein Manifest, in dem mehr Demokratie und Freiheit in China gefordert wird. Lius Inhaftierung verstößt gegen die Menschenrechte und gegen die chinesische Verfassung. Im Artikel 35 dieser Verfassung wird den "Bürgern der Volksrepublik China das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, das Versammlungs- und Demonstrationsrecht" garantiert.
Das internationale literaturfestival berlin hat 2010 einen Appell zur Freilassung Liu Xiaobos gestartet, und zur sofortigen Unterzeichnung dieses Appells und zu öffentlichen Lesungen am 20. März 2011 aufgerufen.
Der Aufruf, die Charta 08 und Lius Gedicht "Du wartest auf mich im Staub" öffentlich zu lesen, unterstreicht unsere Unterstützung für die chinesischen Menschenrechtler und ist gleichzeitig die dringende Bitte an Peking, den Friedensnobelpreisträger aus der Haft zu entlassen.
Liu Xiaobo ist ein aufrechter Demokrat und tapferer Mann, der einst gesagt hat, dass "in einem diktatorischen Staat, offene Briefe, die von Personen oder Gruppen unterschrieben werden, eine wichtige Methode sind, um einer Diktatur zu widerstehen und für Freiheit zu kämpfen." [iii] Darum unterzeichnen wir, die Bürger dieser Welt, diesen Aufruf - einige namentlich, andere mit ihren Stimmen, die sie am 20 März 2011 rund um den Globus erheben werden, um Lius Texten Gehör zu verschaffen. Wir solidarisieren uns mit ihm und den vielen anderen in China, die nicht sagen dürfen, was sie sagen wollen.
Wir werden nicht schweigen, bis die ungesetzliche Inhaftierung Lius und anderer Dissidenten aufhört.

Siehe auch Petitionen