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Claus Walischewski begrüsst die Gäste

Freitag, 20.5.2011

AI wird 50 und feiert

Der 28.5. ist das offizielle Datum der Gründung von Amnesty International, aber in Bremen wurde schon eine Woche eher gefeiert. Zum kalten Buffet im Gemeindehaus St. Stephani kamen nicht nur AI-Mitglieder aus Bremen, sondern auch aus dem ganzen Bezirk Bremen-Weser-Ems. Nach der Begrüßung durch Bezirkssprecher Claus Walischewski erhoben alle das Glas und wiederholten den "Toast auf die Freiheit", mit dem zwei Studenten 1960 in Portugal indirekt den Anstoß zur Gründung von AI gaben, dann gab es Musik der deutsch-mexikanischen Gruppe "Ohne Grenzen - sin fronteras".
Das Hauptthema des Abends war jedoch ein Rückblick auf die Bremer Aktivitäten innerhalb der 50 Jahre AI, und dazu waren mehrere Zeitzeugen gekommen. Per Videospot hörten alle Gerd Ruges Bericht über die Anfänge von AI in Deutschland, dann kamen als Bremer Zeitzeugen Luise Scherf und Uwe Warnken zu Wort.
Die erste Amnesty Gruppe in Bremen war am 18.6.1967 als 8. AI-Gruppe in Deutschland von Otto Hernfeld, einem Mann aus der bekennenden Kirche, gegründet worden. Luise und Uwe sind bald darauf eingetreten. Die beiden berichten von den anfänglichen Schwierigkeiten, weil sie von großen Teilen der Öffentlickeit fälschlicherweise als linke Gruppierung angesehen wurden, obwohl von Anfang an alle Gruppen auch Gefangene aus dem kommunistischen Lager betreuten. Probleme gab es, als der südafrikanische Botschafter nach Bremen kam und die AI-Mitglieder auf dem Marktplatz protestieren wollten. Das wurde ihnen unter Hinweis auf die Bremer Straßenordnung (Bannmeile) verboten. Dagegen klagte die AI-Gruppe (Rechtsanwälte: Hannover, Monnerjahn), bekam Recht und setzte so die Bremer Bannmeilenregelung außer Kraft. Seitdem gibt es in Bremen keine Bannmeile mehr, und man darf auch in Bremens 'Guter Stube' demonstrieren.
Weitere Zeitzeugen waren Karl-Walter Bluhm, Bernd Thomsen und Astrid Thomsen, die in den 1970 Jahren bei AI aktiv waren. Das waren Zeiten des Aufbruchs und vieler Aktionen. Der Rückblick endete mit einer Diashow von Aktivitäten in Bremen und im Bezirk Bremen-Weser-Ems sowie einem Videospot über den ehemaligen DDR-Gefangenen Wolfgang Welsch, der erzählte, was es für ihn 1964 bedeutete, dass sich AI für ihn einsetzte. Es gab ihm ein "unglaubliches Hochgefühl" zu wissen, dass ihm geholfen wurde. Die Schikanen wurden weniger, er kam frei.

Das Wolfgang Welsch Video ist zu sehen unter: http://www.youtube.com/watch?v=JI0r5rsoynM