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Plakat - Ohne Chance auf Asyl

Samstag, 1.10.2011

Mauern verletzen Flüchtlingsrechte - Tag des Flüchtlings

11 bis 17 Uhr
vor dem Bremer Hauptbahnhof

Amnesty International und save-me-bremen informieren mit ihren Ständen über den Tag des Flüchtlings und die Situation von Flüchtlingen in Deutschland, an den Außengrenzen Europas und über das Resettlement - Programm des UNHCR und die save-me–Kampagne.

Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt, doch nur ein Teil von ihnen erreicht die unmittelbaren Nachbarstaaten. Diese haben jedoch nicht die Kapazitäten für die Aufnahme einer so großen Zahl von Flüchtlingen. Die Fluchtwege nach Europa sind weit, teuer und gefährlich. Tausende versuchen es trotzdem und sterben auf der Flucht. Um ihnen dieses Schicksal zu ersparen, fordern die Organisatoren der Save me -Kampagne, Flüchtlinge im Rahmen eines gesetzlich verankerten Resettlement-Programms nach Deutschland zu holen.

Und wie sieht es sonst mit dem Flüchtlingsschutz in Deutschland aus? Wir informieren über unsere Ziele und Aufgaben und sammeln Unterschriften zu unserer Unterstützung. Gleichzeitig fordern wir:

die Aufnahme von Flüchtlingen aus Nordafrika, die der UNHCR als schutzbedürftig eingestuft hat.

die Unterstützung der südlichen EU-Mitgliedstaaten bei der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen und MigrantInnen, auch durch die Aufnahme von Menschen in der Bundesrepublik.

die Sicherstellung, dass bei allen Rückübernahmeabkommen mit nordafrikanischen Staaten die Menschenrechte der Flüchtlinge und MigrantInnen gewahrt bleiben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch unseres Infostandes!

FLÜCHTLINGE AUS NORDAFRIKA: AUCH DEUTSCHLAND MUSS HELFEN!

Juni 2011 - Nach dem Sturz der Machthaber in Tunesien und Ägypten, insbesondere seit den Kämpfen in Libyen sind hunderttausende Menschen auf der Flucht. Allein aus Tunesien haben mehr als 20.000 Menschen die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer gewagt und sind zumeist über die kleine Insel Lampedusa nach Italien gekommen. Über 1.000 Menschen sind seit Anfang 2011 auf der Flucht übers Meer gestorben. Und auf Lampedusa ist die Situation katastrophal.

Ende März 2011 untersuchte ein Team von Flüchtlingsexperten von Amnesty die Situation auf der Insel und berichtete Erschreckendes: Für die etwa 4.000 Menschen gab es keine Unterkünfte. Die meisten schliefen im Freien oder unter selbstgemachten Zelten aus Plastikplanen, viele auf den Bürgersteigen und an den Stränden ohne Decken. Doch die Reaktion der EU-Staaten ist altbekannt: Statt auf eine humanitäre Ausnahmesituation mit humanitärer Hilfe zu reagieren, rufen die politisch Verantwortlichen erneut nach schärferen Grenzkontrollen. Die EU schottet sich immer weiter ab und tut alles, damit Flüchtlinge und Asylsuchende gar nicht erst auf europäischen Boden gelangen. Und sogar innerhalb der EU werden wieder Grenzkontrollen eingeführt - ein Rückfall in vergangene Zeiten! Und während die EU Panik vor einer "Flüchtlingswelle" schürt, findet die eigentliche Massenflucht auf der anderen Seite des Mittelmeers statt: in Libyen und den Nachbarländern. Bis Anfang Juni 2011 sind mindestens 800.000 Menschen verschiedenster Nationalitäten aus Libyen in die Nachbarstaaten geflohen. Die meisten von ihnen nach Tunesien und Ägypten. Beide Länder stoßen an die Grenzen ihrer Kapazitäten - trotzdem halten sie ebenso wie Niger, Tschad und Sudan ihre Grenzen für die Flüchtlinge offen. Daran sollte Europa sich ein Beispiel nehmen! Vor diesem Hintergrund hat das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) an die EU appeliert 8.000 Menschen aufzunehmen, die es bereits in Libyen als Flüchtlinge anerkannt hat, und die sich in Tunesien und Ägypten aufhalten. Diese Männer, Frauen und Kinder können nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren, weil ihnen dort Verfolgung, Folter und Haft drohen. Fordern Sie die Bundesregierung auf, auch zu helfen indem Sie untere Petition an Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich senden:Petition_Friedrich.pdf