Amnesty International Bezirk Bremen-Weser-Ems

Impressum | Login

Bezirk Bremen-Weser-Ems

Startseite"Städte gegen die Todesstrafe Städte für das Leben"

Aktion gegen die Todesstrafe

Mittwoch, 16.11.2011

"Städte gegen die Todesstrafe Städte für das Leben"

Aktion auf dem Marktplatz, 18.00 Uhr

Die italienische Gemeinschaft St. Edigio führt seit dem 30. November 2002 den Welttag gegen die Todesstrafe durch. Dieses Datum ist der Jahrestag des 30. November 1786, an dem das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Todesstrafe und Folter abgeschafft hat. Insgesamt beteiligen sich an der Aktion weltweit mehr als 500 Städte, darunter auch Bremen. Nur ca. 25 Personen waren dabei und formten einen Kreis mit Lichtern, als Bürgermeister Böhrnsen für Bremen und Erhard Mische und Günter Pape für AI Stellung zur Todesstrafe bezogen. Darüberhinaus wurden noch Einzelschicksale vorgestellt, vom hingerichteten Troy Davis aus den USA bis zu Todeskandidaten in Belarus/Weissrussland, dem letzten europäischen Land, das noch immer die Hinrichtungen vollstreckt.

Mehrere tausend Menschen sterben jährlich, weil sie zum Tode verurteilt wurden. Sie werden erhängt, erschossen, enthauptet oder vergiftet. Noch immer leben zwei Drittel der Weltbevölkerung in Staaten, die Hinrichtungen durchführen. Doch die Todesstrafe verstößt gegen Menschenrechte. Sie ist eine vorsätzliche Tötung von Menschen durch den Staat. Amnesty International kämpft für eine Welt, in der es keine Hinrichtungen mehr gibt.

Der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ist nicht mehr umzukehren. Seit Beginn der 1990er-Jahre haben über 50 Staaten die Tötung von Menschen als Strafe abgeschafft, aus Europa, Lateinamerika und Ozeanien ist sie weitgehend verbannt. Insgesamt haben schon mehr als 130 Staaten die Todesstrafe aus ihren Gesetzen gestrichen oder wenden sie nicht an. Im Dezember 2007 entschied die UN-Generalversammlung einen weltweiten Hinrichtungsstopp. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt dem Einsatz von Amnesty International, der Weltkoalition gegen die Todesstrafe und anderen Organisationen zu verdanken.

Doch immer noch halten rund 60 Staaten an dem Rechtsinstrument fest. Die meisten Urteile werden in wenigen Ländern vollstreckt: in China, Pakistan und Saudi-Arabien, im Iran und in den USA. Allein diese fünf Staaten waren 2007 für fast 90 Prozent der bekannt gewordenen 1.252 Hinrichtungen verantwortlich, eine Zahl, die wohl nur die Spitze des Eisbergs sichtbar macht. So gehen Experten für das Jahr 2007 allein in China von geschätzten 6.000 Exekutionen aus. Über 20.000 Menschen warten derzeit weltweit auf den richterlich verfügten Tod.

Völlig unterschiedlich sind die Straftaten, für die Todesstrafen verhängt werden können. Sie reichen von Mord, Raub, Kindesentführung, Drogenhandel bis hin zu Ehebruch, Homosexualität, Bestechlichkeit und Prostitution. Nicht selten ergehen Todesurteile nach unfairen Gerichtsverfahren oder basieren auf fragwürdigen Beweisen, beispielsweise auf unter Folter erzwungenen Geständnissen. Verbrechen müssen geahndet werden. Strafen dürfen jedoch niemals Leben und Würde des Menschen antasten. Amnesty versucht, Menschen vor der Exekution zu retten und setzt sich dafür ein, dass alle Staaten diese Strafe in Gesetz und Praxis abschaffen.

Ein aktuelles Video zum Thema Todesstrafe finden Sie unter: http://www.youtube.com/user/AmnestyDeutschland?gl=DE&hl=de#p/u/3/M4pYTvRwiB8 <http://www.youtube.com/user/AmnestyDeutschland?gl=DE&hl=de#p/u/3/M4pYTvRwiB8>