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Der ehemalige AI-Gefangene 'Blogger' Maikel Abil Sanad und sein Bruder Mark

Dienstag, 22.5.2012

Ägyptischer Frühling Zwischen Revolution und Militärherrschaft

In Kooperation mit dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz)

Der ehemalige AI-Gefangene 'Blogger' Maikel Abil Sanad und sein Bruder Mark berichteten über die Aktivitäten während der Revolution, über die Zeit in der Haft und über die aktuelle Situation in Ägypten.

Maikel war schon seit 2005 politisch aktiv und gründete 2009 die Organisation "No-For-Compulsory-Service", die sich gegen den Wehrdienst und die Militarisierung der Gesellschaft insgesamt (z.B. in Schulen) richtet. Maikel wurde 2010 der erste Kriegsdienstverweigerer Ägyptens, entging aber einer Haftstrafe und geriet erst wieder ins Visier der Militärregierung, als er über die Proteste auf dem Tahir-Platz und die Übergriffe des Militärs berichtete. Wegen "Beleidigung des Militärs" wurde er 2011 in einem unfairen Verfahren vor einem Militärgericht zu 3 Jahren Haft verurteilt. Dagegen hat er sich unter anderem mit einem Hungerstreik gewehrt, der großes Aufsehen auch im Ausland erregte und dann zu einer kürzeren Haftzeit und am Ende zu seiner Freilassung im Januar 2012 führte. Sein Bruder Mark hat ihn vor allem seit seiner Inhaftierung unterstützt und folglich wurde auch er vom Militär bedroht.
Maikel Abil Sanad Er sieht die gegenwärtigen Präsidentschaftswahlen als vom Militär inszeniertes Theater an, denn es gibt keine echte Kontrolle der Wahlen oder eine internationale Wahlbeobachtung, so dass das Ergebnis wie immer leicht manipulierbar ist. Auch von dem im Westen immer wieder behaupteten Droh-Szenario Militärherrschaft oder Machtübernahme der Islamisten hält er gar nichts. Er sieht Islamisten und Militärs als Kooperationspartner, die letztlich keine wirklichen Reformen und Demokratie wollen. Er glaubt, die Ägypter würden sich auf Dauer nichts von den Islamisten vormachen lassen und sieht den Einfluss der religiösen Parteien schwinden.
Maikel Abil Sanad tritt unermüdlich für eine friedliche Welt ein, für eine starke Zivilgesellschaft. Mit seinen 26 Jahren ist Maikel eine beeindruckende Persönlichkeit, jemand, der seine Überzeugungen mit Engagement und großer Sachkenntnis darzustellen weiß. Er und sein Bruder Mark brauchen unsere Solidarität, damit sie vor der Willkür der Militärs etwas geschützt sind.

Ein AI-Bericht mit einem Kurzvideo, das nach Maikel's Entlassung gemacht wurde, finden Sie hier.

Einen weiteren Bericht über ihn im aktuellen AI-Journal (April/Mai) finden Sie hier: "Ich habe Hunderte Briefe erhalten".

Werden Sie aktiv und unterschreiben Sie folgende Petitionen:

- Ägypten: Militärverfahren stoppen! (Keine Zivilisten vor Militärgerichte) aegypt.pdf

- Ägypten: Frauenrechte schützen (Online-Petition)