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Die Todesstrafe stoppen

SAMSTAG, 13.4.2013

Mahnwache gegen die Todesstrafe

12 - 13 Uhr
vor dem Bremer Dom

Erstmals in der Geschichte der Menschheit hat seit 1996 eine - ständig wachsende - Mehrheit der Länder die Todesstrafe im Gesetz oder zumindest in der Praxis abgeschafft. Der weltweite Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ist unumkehrbar geworden. Doch angesichts tausender Todesurteile und Hinrichtungen jedes Jahr besteht weiter dringender Handlungsbedarf.

Trotz eines lang andauernden Trends gegen die Todesstrafe weltweit haben einige Staaten in diesem Jahr Hinrichtungen wieder aufgenommen. z.B Kuwait (letzte Hinrichtung 2007) und Indonesien (letzte Hinrichtung 2008). Der Lichtblick ist der US-Bundesstaat Maryland, der wahrscheinlich in diesem Monat die Todesstrafe abschaffen wird.

Im letzten Monat gab es Hinrichtungen in Saudi-Arabien, Kuwait, Indonesien, wahrscheinlich auch in China. Amnesty geht davon aus, dass in China auch 2012 Tausende Menschen - und somit mehr als im Rest der Welt zusammen - hingerichtet wurden. Außerhalb Chinas sind drei Staaten für 75 Prozent der bekanntgewordenen Hinrichtungen verantwortlich: Iran (mind. 314), Irak (mind. 129) und Saudi-Arabien (mind. 79), gefolgt von den USA (43) und Jemen (mind. 28). Das tatsächliche Ausmaß der Anwendung der Todesstrafe in China ist unbekannt, da Daten zur Todesstrafe dort als Staatsgeheimnis behandelt werden. In Europa ist Weissrussland/Belarus das letzte Land, das noch hinrichtet. Dagegen haben wir eine Petition an Präsident Lukaschenko.

AMNESTY SAGT NEIN ZUR TODESSTRAFE
Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord und Kriminalität. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung. Die Botschaft von Amnesty International lautet deshalb unmissverständlich: Staaten können nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken.

Aus diesem Grund setzt sich Amnesty International seit über 30 Jahren gegen diese Strafe ein. Und dies mit zunehmendem Erfolg: Immer mehr Staaten schaffen diese Strafe ab. Dennoch bleibt noch viel zu tun, Jahr für Jahr werden tausende Menschen hingerichtet.

SAUDI-ARABIEN: HINRICHTUNGEN WIE IM MITTELALTER
Saudi-Arabien hat eine der höchsten Hinrichtungsraten der Welt. Zwischen 1985 und 2012 sind mindestens 1.938 Menschen exekutiert worden. Zum Tode verurteilte Personen werden in den meisten Fällen - oftmals öffentlich - enthauptet. Kürzlich haben die zuständigen Behörden entschieden, zum Tode Verurteilte auch erschießen statt köpfen zu lassen, da es an Scharfrichtern mangelt, die das Urteil mit dem Schwert vollstrecken. Nach Vollzug der Todesurteile werden die Leichname mitunter „gekreuzigt“. Der Körper und im Falle einer Enthauptung auch der abgetrennte Kopf werden dabei an einem Pfahl befestigt und zur Abschreckung auf einem öffentlichen Platz zur Schau gestellt. Seit Jahresbeginn sind in Saudi-Arabien mindestens 24 Menschen hingerichtet worden.


AKTUELLE FÄLLE:

Stop the execution of Abdullah al-Qahtani in Iraq
Abdullah's Geständnis, an einem bewaffneten Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein, wurde unter brutaler Folter erpresst. Vier der Mitangeklagten sind bereits hingerichtet worden. Weitere Informationen zu diesem Fall

Zahlen und Fakten über die Todesstrafe

Todesstrafenstatistik 2012