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Kampagne für Saubere Kleidung

Donnerstag, 20.6.2013

Menschenrechte und Arbeitsbedingungen

Villa Ichon
19 Uhr
Die Uni-Gruppe lädt ein zu einem Infoabend zusammen mit der Kampagne für saubere Kleidung. Gertaud Gauer von der CCC wird die Problematik anhand der Situation einer Schneiderin in Kambodscha darstellen.
Frauen brauchen weltweit soziale und ökologische Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. 90% der Kleidung, die über deutsche Ladentische geht, wird von Frauen in Asien, Osteuropa und Mittelamerika genäht. Dort herrschen in der Regel unmenschliche Arbeitsbedingungen.

Textilarbeiterinnen...

  • werden bei Krankheit und Schwangerschaft entlassen und sind sexuellen Übergriffen der Vorarbeiter ausgesetzt
  • müssen an mehr als 6 Tagen in der Woche über 40 Überstunden im Monat leisten und haben kein Anrecht auf bezahlten Urlaub
  • verdienen weit unter dem, was in diesen Ländern zum Überleben notwendig ist
  • riskieren ihre Entlassung, wenn sie sich in Gewerkschaften oder Vereinen organisieren

Der Arbeitsdruck ist für uns unvorstellbar hoch. Im täglichen Arbeitsablauf sind keine angemessenen Pausen vorgesehen und die Arbeitsabläufe sind im Akkord vorgegeben. Die erwarteten Leistungen können nur von sehr jungen Frauen erbracht werden. Ab 25 Jahren werden sie deshalb in der Regel entlassen.

Weltweit sind vor allem Frauen von den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der Textilbranche betroffen.

Textile Rohstoffe werden mit einer Fülle von Chemikalien behandelt, deren Auswirkungen sowohl in der Produktion als auch im Handel gesundheitlich beeinträchtigen. Arbeiterinnen, Näherinnen, VerkäuferInnen und KundInnen sind den Risiken und Folgen ausgesetzt.

Wir fordern mit der internationalen Kampagne für saubere Kleidung:

Produzenten und Handel sollen sich verpflichten, nicht nur die Qualität ihrer Waren, sondern auch die Einhaltung von sozialen Mindeststandards bei der Produktion zu kontrollieren:

  • das Recht auf kollektive Verhandlungen
  • Vereinigungs- und Tariffreiheit
  • sichere und gesunde Arbeitsbedingungen
  • existenzsichere Löhne
  • keine Kinderarbeit
  • keine erzwungenen Überstunden
  • keine sexuelle Belästigung
  • feste Beschäftigungsverhältnisse

Die Arbeitsbedingungen müssen unter Einbeziehung lokaler unabhängiger Kontrollen überwacht werden. Darüber hinaus fordern wir umwelt- und gesundheitsschonende Produktionsweisen.

Was können Sie tun?

  • Sie können als Kundin und Kunde nachfragen, woher die Kleidung kommt.
  • Sie können bei der Geschäftsleitung Auskunft erbitten über die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie.
  • Sie können Firmen merken lassen, dass Sie sich wünschen, Kleidung zu kaufen, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurde.
  • Sie können sich nach Gütesiegeln erkundigen.
  • Sie können sich bei unabhängigen Verbänden beraten lassen (Infos und Adressen bei uns im biz: Tel. 0421/171910 oder info@bizme.de).
  • Sie können in der Bremer Kampagne mitarbeiten. Kontakt: Gertraud Gauer-Süß, g.gauer@bizme.de, Tel. 0421/171910
  • Gezielt einkaufen: Die Broschüre "Konsum mit Köpfchen - Öko-faire Mode in Bremen" können sie hier als pdf-Datei herunterladen: Konsum mit Koepfchen.pdf