Amnesty International Bezirk Bremen-Weser-Ems

Impressum | Login

Bezirk Bremen-Weser-Ems

StartseiteRecht auf Selbstbestimmung für die West-Sahara

Aminatou Haidar

Dienstag, 29.10.2013

Recht auf Selbstbestimmung für die West-Sahara

Aminatou Haidar, Trägerin des Bremer Solidaritätspreises, berichtet.
Veranstalter: biz, Amnesty International, Die Bevollmächtigte beim Bund und für Europa, Freiheit für die Westsahara e.V.
19 Uhr, Überseemuseum

Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie und das letzte "nicht – selbstständig regierte Gebiet" in Afrika auf der entsprechenden Liste der Vereinten Nationen. Seit dem Rückzug Spaniens 1976 beansprucht Marokko das Gebiet, hält 2/3 des Territoriums besetzt und widersetzt sich allen Aufforderungen durch die Vereinten Nationen, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen, die sich aus dem Selbstbestimmungsrecht der autochthonen Bevölkerung, der Sahrauis, gemäß den entsprechenden UN-Resolutionen ergeben.

Die Mehrheit der autochthonen Bevölkerung fristet seit mehr als 30 Jahren ein armseliges Dasein unter extremen Bedingungen in Flüchtlingslagern im algerischen Exil. Der kleinere Teil der Bevölkerung, der der marokkanischen Aggression nicht entfliehen konnte oder wollte, ist durch marokkanische Zwangsbesiedelung zur Minderheit im eigenen Land gemacht worden. Diese Gruppe wird kulturell, wirtschaftlich und politisch diskriminiert und ist schweren Menschenrechtsverletzungen durch das marokkanische Besatzungsregime ausgesetzt.

Aminatou Haidar, 1966 in Akka, Marokko geboren, setzt sich seit vielen Jahren gegen Menschenrechtsverletzungen, für politische Selbstbestimmung in der Westsahara sowie für den Zugang der Sahrauis zu ihren eigenen Ressourcen ein. Sie ist dabei konsequent dem Grundsatz der Gewaltfreiheit verpflichtet. Wegen ihres engagierten Widerstands gegen die Unterdrückung der Saharauis ist Aminatou Haidar immer wieder Opfer massiver Pressionen durch den marokkanischen Staat geworden. Am 28. Oktober wurde sie mit dem 13. Bremer Solidaritätspreis ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre vom Senat der Freien Hansestadt Bremen verliehen und soll Personen und Initiativen ermutigen und würdigen, die sich für Menschenrechte und Demokratie sowie gegen die Folgen von Kolonialismus und Rassismus einsetzen.