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Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe

Donnerstag, 14.11.2013

Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe

Es wirken mit: die Stelzensippe aus Huchting.
Es sprechen: Christian Weber (Präsident der Bürgerschaft), Erhard Mische (Amnesty International)
13.00 Uhr
auf dem Marktplatz

Die Bremer Bürgerschaft wird zusammen mit Amnesty International eine öffentliche Kundgebung zur Abschaffung der Todesstrafe veranstalten. Dies geschieht im Rahmen des Städtebündnisses „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“, dem sich Bremen angeschlossen hat.
Während der Aktion werden die Laternen auf dem Marktplatz jeweils mit einem schwarzen Tuch verhangen. Die Stelzenläufer schlüpfen in die Rollen von Todesstrafenkandidaten aus verschiedenen Ländern und erzählen ihre Geschichte.


Hintergrund-Informationen

In 23 Ländern werden immer noch Todesurteile vollstreckt. Diese grausame Form des Strafvollzugs widerspricht in jedem Sinn unserem Verständnis eines Rechtsstaates und der Menschenrechte. Im notwendigen Engagement gegen die Todesstrafe gibt es weltweit eine breite Bewegung, die die Hansestadt Bremen aktiv unterstützen kann. So wurde 2002 ein Städtebündnis „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben gerufen, dem sich weltweit über 1.500 Städte und Kommunen angeschlossen haben. In Deutschland sind bereits mehr als 150 Städte dem Bündnis beigetreten, z. B. Berlin, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Hannover, Köln, Bonn, Leipzig, Würzburg und viele andere. Im Rahmen des Städtebündnisses werden an jedem 30. November (in Bremen wegen des Weihnachtsmarktes schon früher) weltweit die unterschiedlichsten Aktionen in den Bündnisstädten durchgeführt.

Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie de facto nicht mehr an, nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. Seit die Gemeinschaft Sant'Egidio 1998 eine besondere Kampagne mit einem Appell für ein weltweites Moratorium durchführt, hat sich das Zahlenverhältnis zwischen den Ländern mit und ohne Todesstrafe umgekehrt. Auf globaler Ebene erscheint die Tendenz zur Abschaffung der Todesstrafe mittlerweile unumkehrbar. Trotzdem gibt es noch besorgniserregende Tendenzen, wie z. B. die Hinrichtung von Jugendlichen in einigen Ländern. Daher sind Engagement und Aufmerksamkeit gegenüber diesem Thema weiterhin weltweit gefordert und auch diese aktuelle Kampagne von großer Bedeutung, um die öffentliche Meinung für dieses Thema zu sensibilisieren.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life - Städte für das Leben" gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.santegidio.org



AI-Report: DER WELTWEITE TREND ZUR ABSCHAFFUNG IM JAHR 2012

In 174 von 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen wurden 2012 keine Hinrichtungen vollzogen. Die USA waren der einzige Staat, der auf dem amerikanischen Kontinent Hinrichtungen durchführte. Belarus war das einzige Land, das in Europa und Zentralasien Todesurteile vollstreckte.

Belarus und die USA waren die einzigen beiden der 56 Mitgliedsstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Exekutionen durchführten.

In fünf der 54 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) wurden 2012 zum Tode Verurteilte hingerichtet: Botsuana, Gambia, Somalia, Sudan und Südsudan. In 37 Mitgliedsstaaten ist die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Sieben der 212 Mitgliedsstaaten der Liga der arabischen Staaten vollstreckten 2012 Todesurteile: Irak, Jemen, Palästinensische Gebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Berichten zufolge wurden auch in Syrien Exekutionen durchgeführt, doch aufgrund der andauernden Krise im Land konnten sie nicht überprüft werden.

In den zehn Mitgliedsstaaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) wurde 2012 keine Vollstreckung von Todesurteilen erfasst.



AI-Report: HINRICHTUNGEN 2012

In 21 Staaten wurden mindestens 682 Gefangene exekutiert. Nicht enthalten ist die exakte Anzahl aus der Volksrepublik China, wo wahrscheinlich Tausende von Hinrichtungen vollzogen wurden. Die tatsächliche weltweite Gesamtzahl liegt daher mit Sicherheit deutlich höher.

CHINA +, IRAN > 314, IRAK > 129, SAUDI-ARABIEN > 79, USA 43, JEMEN > 28, SUDAN > 19, AFGHANISTAN 14, GAMBIA 9, JAPAN 7, NORDKOREA > 6, SOMALIA * > 6, PALÄSTINENSISCHE GEBIETE ** 6, TAIWAN 6, SÜDSUDAN > 5, BELARUS > 3, BOTSUANA 2, BANGLADESCH 1, INDIEN 1, PAKISTAN 1, VER. ARABISCHE EMIRATE 1,

  • 5 Hinrichtungen durch die Übergangs-Bundesregierung; 1 in Puntland
  • von der Hamas, der De-facto-Verwaltung in Gaza