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Shahrokh Zamani gehörte zu einer Gruppe von vier Personen, die im August 2011 vom Revolutionsgericht in Tabriz im Nordwest-Iran zu Haftstrafen verurteilt wurden

Donnerstag, 1.5.2014

1. Mai - Wir sind dabei

AI Bremen wird bei der 1. Mai-Demonstration anwesend sein und auf das Schicksal inhaftierter und bedrohter Gewerkschafter aufmerksam machen. Als Beispiel für viele weltweit verfolgte Gewerkschafter haben wir Fälle aus dem Iran, aus Kolumbien und Katar ausgewählt. Unabhängige Gewerkschaften sind im Iran verboten. Versuche, sie zu gründen, werden häufig mit Schikanen, Entlassung von der Arbeit oder Inhaftierung geahndet. In Kolumbien werden Gewerkschafter verdächtigt, der Guerilla anzugehören, und deswegen mit dem Tode bedroht und auch getötet. In Katar haben Arbeiter keine Rechte und sind der Willkür der Arbeitgeber ausgesetzt.

 
Iran: Der Maler und Dekorateur Shahrokh Zamani (s. Bild) gehörte zu einer Gruppe von 4 Personen, die im August 2011 vom Revolutionsgericht in Tabriz im Nordwest-Iran zu Haftstrafen verurteilt wurden. Shahrokh Zamani, der dem „Komitee zur Einrichtung von Arbeiterorganisationen“ und dem Gründungkomitee für eine unabhängige Malergewerkschaft angehörte, erhielt die längste Strafe: 11 Jahre, u.a. wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit durch Gründung von oder Mitgliedschaft in systemfeindlichen Gruppen“ und „Verbreitung von Propaganda gegen das System“. Im September 2013 wurde er vom selben Gericht wegen „Beleidigung des religiösen Führers“ zu einer weiteren Haftstrafe von 6 Monaten verurteilt. Zwei kriminelle Mitgefangene hatten ihn dieses Vergehens beschuldigt. In einem Brief an Amnesty International schrieb Shahrokh Zamani, dass sein Anwalt weder Zugang zu den Gerichtsakten hatte noch vor Gericht sprechen durfte und dass seine Haftstrafe schon vorher feststand. Er beschrieb, wie er 36 Tage lang in Einzelhaft gehalten wurde und unter starken psychischen und physischen Zwang gesetzt wurde, um ein falsches Geständnis zu erreichen, was er ablehnte. Es gab keine Hinweise auf eine wirkliche Straftat, so dass Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen ansieht und seine Freilassung fordert.

Appellbrief Zamani.pdf

Kolumbien ist für GewerkschafterInnen eines der gefährlichsten Länder der Erde. In dem seit vierzig Jahren andauernden Bürgerkrieg werden Mitglieder von Menschrechtsorganisationen, Gewerkschaften und anderen sozialen Organisationen häufig von Regierungsvertretern oder den Sicherheitskräften und ihren paramilitärischen Verbündeten bezichtigt, Mitglieder oder Unterstützer der Guerilla zu sein. Viele werden unter Druck gesetzt, manche ermordet. Umgekehrt sind auch die Guerillaeinheiten für Drohungen und Morde an MenschenrechtsverteidigerInnen verantwortlich. Zwischen 1991 und 2006 wurden in Kolumbien nach Informationen der „Kolumbianischen Schule für Gewerkschafter“ 2.284 GewerkschaftsaktivistInnen getötet –allein 2008 waren es nach Kenntnis von Amnesty International mindestens 46.

Javier Correa, José Domingo Florez und Luís Eduardo García aus der Stadt Bucaramanga sind führende Mitglieder der Lebensmittelgewerkschaft, SINALTRAINAL. Seit 2007 erhalten sie immer wieder Morddrohungen von einer paramilitärischen Gruppe, die sich „Aguilas Negras“ (Schwarze Adler) nennt. Die ersten Morddrohungen erhielten sie und weitere Mitglieder von SINALTRAINAL am 10. Februar 2007.Am 20. September 2007 fand José Domingo Florez eine schriftliche Morddrohung. Sieben Tage später wurde sein 16-jähriger Sohn Andrés von drei maskierten und bewaffneten Männern entführt. Sie bekamen nach Aussage des Jungen per Funk den Befehl: „Nehmt ihn mit, schlagt ihn zusammen und gebt ihm die Nachricht mit“. Daraufhin schlugen die Männer den Jungen und entließen ihn mit den Worten: „Sag deinem Vater, dass wir keine Ruhe geben, bis wir euch alle in Stücken finden.“

Petition SINALTRAINAL.pdf