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Zeigen Sie Brasiliens Regierung die gelbe Karte!

Samstag, 14.6 & Samstag, 28.6.2014

Zeigen Sie Brasilien die Gelbe Karte! Mahnwache/Infostand

12 - 13 Uhr
vor dem Bremer Dom

Brasilien: Menschenrechte im Abseits
Im Juni 2013 gehen hunderttausende Menschen in Rio und anderen Städten auf die Straße. Sie demonstrieren für ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem, gegen Korruption und die extremen Kosten der Fußballweltmeisterschaft.

Fußball-WM: Ausnahmezustand an der Copacabana

Die Straßen der brasilianischen Hauptstadt sind mit einer aufgebrachten Personenmenge gefüllt. In den Köpfen der Menschen mischen sich Wut und Bestürzung über die aktuelle soziale, ökonomische und finanzielle Situation des Landes. Während tausende Bürger zwangsweise umgesiedelt oder von ihrem Land vertrieben wurden, steuert die Regierung Milliardensummen in den Bau prunkvoller Stadien für ein kurzlebiges mediales Massenspektakel.

Die Polizei geht mit harter Hand, Tränengas und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor und versucht sämtlichen Widerstand niederzuschlagen. Viele Menschen werden verhaftet, verletzt oder sogar getötet. Anlass zur Sorge gibt auch die Gewalt auf Seiten einiger Demonstrierender. Dies wird aktuell als Vorwand missbraucht, um die Proteste zu kriminalisieren und Repressionen durchzusetzen. Als Resultat entzündete sich eine hitzige Debatte über die Einführung härterer Strafgesetze. Das brasilianische Parlament diskutiert derzeit einen Gesetzentwurf, wonach Demonstrierende wegen "Terrorismus" oder "Unruhestiftung" verfolgt werden können. Die neuen "Straftaten" könnten dazu verwendet werden, alle Beteiligten einer Demonstration zu kriminalisieren. Denn Begriffsdefinitionen werden absichtlich vage gehalten und orientieren sich nicht an international festgelegten Standards. Die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind massiv in Gefahr. Schon jetzt werden Gesetze zweckentfremdet, um gegen Protestierende Anklage zu erheben.

Amnesty appelliert an die brasilianische Regierung, alle Fälle von Polizeigewalt lückenlos aufzuklären, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen und eine Reform des Polizeiapparats voranzubringen! Wir fordern ein Ende der rechtswidrigen Zwangsräumungen in den Favelas und eine Sicherung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit!

Tote bei Polizeieinsatz Wir fordern Aufklärung der Todesfälle und eine Untersuchung der unverhältnimäßigen Polizeigewalt. Hier eine Online-Petition dazu: http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-105-2014/zwei-tote-bei-polizeieinsatz?destination=node%2F2891

Schauen Sie sich zum Thema auch das Video an: