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Mittwoch,19.11.2014

Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe

Es sprechen: Christian Weber (Präsident der Bürgerschaft), Günter Pape (Amnesty International)
13.00 Uhr
auf dem Marktplatz

Die Bremer Bürgerschaft wird zusammen mit Amnesty International eine öffentliche Kundgebung zur Abschaffung der Todesstrafe veranstalten. Dies geschieht im Rahmen des Städtebündnisses „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“, dem sich Bremen angeschlossen hat. Es werden Unterschriften gesammelt und Handzettel verteilt.

Hintergrund-Informationen

In 23 Ländern werden immer noch Todesurteile vollstreckt. Diese grausame Form des Strafvollzugs widerspricht in jedem Sinn unserem Verständnis eines Rechtsstaates und der Menschenrechte. Im notwendigen Engagement gegen die Todesstrafe gibt es weltweit eine breite Bewegung, die die Hansestadt Bremen aktiv unterstützen kann. So wurde 2002 ein Städtebündnis „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben gerufen, dem sich weltweit über 1.500 Städte und Kommunen angeschlossen haben. In Deutschland sind bereits mehr als 150 Städte dem Bündnis beigetreten, z. B. Berlin, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Hannover, Köln, Bonn, Leipzig, Würzburg und viele andere. Im Rahmen des Städtebündnisses werden an jedem 30. November (in Bremen wegen des Weihnachtsmarktes schon früher) weltweit die unterschiedlichsten Aktionen in den Bündnisstädten durchgeführt.

Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie de facto nicht mehr an, nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. Seit die Gemeinschaft Sant'Egidio 1998 eine besondere Kampagne mit einem Appell für ein weltweites Moratorium durchführt, hat sich das Zahlenverhältnis zwischen den Ländern mit und ohne Todesstrafe umgekehrt. Auf globaler Ebene erscheint die Tendenz zur Abschaffung der Todesstrafe mittlerweile unumkehrbar. Trotzdem gibt es noch besorgniserregende Tendenzen, wie z. B. die Hinrichtung von Jugendlichen in einigen Ländern. Daher sind Engagement und Aufmerksamkeit gegenüber diesem Thema weiterhin weltweit gefordert und auch diese aktuelle Kampagne von großer Bedeutung, um die öffentliche Meinung für dieses Thema zu sensibilisieren.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life - Städte für das Leben" gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.santegidio.org