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indische Nationalflagge

Donnerstag, 10.09.2015

Vortrag „Gewalt gegen Frauen - Erfahrungen aus Indien“ mit Asha Kowtal und Nusrat Khan

19.00 Uhr
Vortragssaal des Überseemuseum

Was hat sich seit der Delhi-Vergewaltigung vom Dezember 2012 geändert? Welches sind die Ursachen der Gewalt? Warum sind Dalits und andere Minderheiten besonders betroffen? Wie reagiert die indische Zivilgesellschaft? Was können wir tun? Zwei Expertinnen und Aktivistinnen aus Indien berichten über Frauen in Indien und ihren Kampf um Gerechtigkeit: Asha Kowtal, General Secretary, All India Dalit Women Rights Forum (AIDMAM), die sich seit vielen Jahren auch international dafür einsetzt, das Schicksal von Dalit-Frauen aus dem Schatten der gesellschaftlichen und politischen Diskurse zu holen; Nusrat Khan, Researcher on Women’s Rights im National Office, Amnesty International India, und Mitorganisatorin der “Ready-to-Report-Kampagne, in der Frauen ermutigt werden, Gewalttaten zur Anzeige zu bringen.

Im Dezember 2012 erschütterte die brutale Vergewaltigung einer Studentin in New Delhi die indische und weltweite Öffentlichkeit. Sie warf ein Schlaglicht auf die Situation der Frauen in Indien, und sie stellte die gesamte indische Gesellschaft vor die Frage nach Verantwortung und möglicher Abhilfe. Die Protestbewegung in Delhi und anderen indischen Städten führte zur Einsetzung einer Kommission (Justice Verma Committee), die unter Beteiligung vieler zivilgesellschaftlicher Gruppen innerhalb eines Monats Vorschläge für rechtliche Reformen und praktische Maßnahmen ausarbeitete, um Frauen besser zu schützen. In das neue Gesetz (Criminal Law (Amendment) Act) vom März 2013 sind zwar nur wenige Vorschläge der Kommission eingegangen, doch die Diskussion ist seitdem nicht abgerissen.

Nusrat Khan

Das Problem der Gewalt gegen Frauen wird heute mehr als zuvor in der indischen Öffentlichkeit thematisiert, die vielfältigen Erscheinungsformen werden benannt und auf ihre Ursachen hin befragt. Dabei wird immer wieder hervorgehoben, dass Gewalt gegen Frauen in Indien auch strukturelle Gewalt ist: z.B. Ausdruck von Kastenkonflikten und/oder ökonomischen Abhängigkeitsverhältnissen. Opfer von Vergewaltigung sind besonders häufig Dalit-Frauen (die früher so genannten „Unberührbaren“).

Die verbreitete und anhaltende Gewalt gegen Frauen zeugt auch von Defiziten im indischen Rechtssystem: nicht nur in Form fehlender oder unzulänglicher gesetzlicher Regelungen, sondern auch und vor allem wegen der mangelnden Umsetzung bereits bestehender Gesetze. Der Zugang zum Recht ist für viele verstellt.

Hier setzt die Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen an, die Opfern von Gewalt zu ihrem Recht verhelfen und so den Kreislauf von Straflosigkeit und Gewalt durchbrechen wollen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Es wird übersetzt.

Veranstalter: biz und Amnesty International