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indische Nationalflagge

Montag, 8.02.2016

Vortrag über die Situation der Dalits (Unberührbaren) in Indien

Referentin : Manuela Ott, Koordinatorin der Dalit Solidarität in Deutschland, gebunden an das Evangelische Missionswerk in Hamburg. Die diplomierte Geografin arbeitet seit 1999 im Bereich Entwicklungszusammenarbeit.
19.30 Uhr im Bürgerhaus Vegesack, Raum B 30

Seit der brutalen Vergewaltigung einer Studentin in New Delhi im Dezember 2012 ist das Schicksal der Dalits, insbesondere der Frauen, wieder in das Bewußtsein der Weltöffentlichkeit gerückt. Amnesty International Bremen berichtete zuletzt im Überseemuseum am 10.9.2015 mit einem Vortrag von zwei Expertinnen und Aktivistinnen aus Indien. Es gibt in Indien ca. 201 Millionen Dalits.

Dalit sein, heißt : durch die Geburt verurteilt zu einem Leben in Apartheid, in gesellschaftlicher Ächtung unter miserablen sozialen Bedingungen. Ein großer Anteil der indischen Dalit-Frauen sind Beschimpfungen und sexueller Gewalt ausgesetzt. Hinzu kommt eine besondere Form der Zwangsprostitution; Junge Dalit Mädchen werden systematisch in Tempeln als Prostituierte für Männer aus „höheren“ Kasten sexuell missbraucht. lt. Amnesty International werden z.Zt. über 3200 Dalits ohne Anklage in Gefangenschaft gehalten. Amnesty setzt sich wiederholt mit Petitionen an die indische Regierung für Einzelpersonen und Familien ein. “

Aus dem AI-Jahresbericht 2014/15:

Frauenrechte

Gewalt gegen Frauen war noch immer weit verbreitet. Die Behörden setzten neue, 2013 verabschiedete Gesetze zum Schutz von Frauen vor Verbrechen nicht wirksam um. Auch wichtige Polizei- und Justizreformen, die eine Umsetzung dieser Gesetze gewährleisten sollten, ließen auf sich warten. Vergewaltigung in der Ehe wurde nicht als Straftat anerkannt, wenn die Ehefrau älter als 15 Jahre war. Eine Reihe von Staatsvertretern und führenden Politikern machte Äußerungen, die Verbrechen gegen Frauen zu rechtfertigen schienen, und leistete damit einer Kultur der Straflosigkeit Vorschub.

Zwar kamen 2014 mehr Straftaten, die an Frauen verübt wurden, zur Anzeige, doch war weiterhin von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen. Frauen und Mädchen, die den Dalits angehörten, waren nach wie vor in vielfacher Weise von Diskriminierung und Gewalt betroffen. Selbsternannte Dorfräte verfügten unbefugt Strafen gegen Frauen wegen angeblicher Überschreitung sozialer Normen.

Im April 2014 monierte die UN-Sonderberichterstatterin über Gewalt gegen Frauen, dass die Behörden den Opfern von Gewalt keine Wiedergutmachung zuerkannten und die Täter nicht zur Rechenschaft zogen. Im Juli empfahl der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau der Regierung, Mittel für die Einrichtung spezieller Gerichte, Beschwerdeverfahren und Hilfsmaßnahmen bereitzustellen, um die Umsetzung der Gesetze zu verbessern.

Im November 2014 starben 16 Frauen im Bundesstaat Chhattisgarh, nachdem sie an einer unsachgemäß durchgeführten Massensterilisation teilgenommen hatten. Die staatlichen Maßnahmen zur Familienplanung waren vor allem auf quantitative Ergebnisse ausgerichtet und erlaubten weiterhin Kompromisse bei der Qualität der Gesundheitsversorgung. Außerdem schränkten sie das Recht von Frauen ein, angemessene Methoden der Familienplanung zu wählen.