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MAHNWACHE FÜR FLÜCHTLINGE IN NOT

Samstag, 21.05.2016

MAHNWACHE FÜR FLÜCHTLINGE IN NOT

12 - 13 Uhr vor dem Dom

Griechenland - Tausende Flüchtlinge, Asylsuchende und Migrant_Innen in Not

Tausende Flüchtlinge, Asylsuchende und Migrant_innen sitzen weiterhin unter extrem schlechten Bedingungen in Griechenland fest - sowohl in offiziellen Einrichtungen als auch in informellen Lagern. In Idomeni an der Grenze zur ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und am Hafen von Piräus in Athen schlafen Frauen, Männer und Kinder seit Wochen auf dem Boden oder in kleinen Zelten. Die hygienischen Bedingungen sind sehr schlecht, und die Menschen haben wenig zu essen. Viele von ihnen harren seit Wochen in der Kälte aus, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Ein Großteil von ihnen ist vor Gewalt und bewaffneten Konflikten geflohen.

Statt den Flüchtlingen zu helfen, haben die meisten europäischen Länder ihre Grenzen geschlossen, ohne Alternativen für die Unterbringung der Menschen zu schaffen. Das jüngste Abkommen zwischen der EU und der Türkei trägt nur dazu bei, dass die Zukunft der Flüchtlinge unsicherer wird. Griechenland kann mit den vielen Neuankömmlingen nicht alleine zurechtkommen. Für viele ist ein Asylantrag in Griechenland keine realistische Option, da das Land bereits jetzt mit den zahlreichen Anträgen überfordert ist. Dennoch gelingt es den EU-Staaten nicht, Flüchtlinge auf andere europäische Länder umzuverteilen. Sichere und legale Wege nach Europa sind unverzichtbar, damit Flüchtlinge und Asylsuchende den Schutz erhalten, den sie so dringend benötigen.

Werden Sie aktiv: Richten Sie vor 2016-06-06 einen dementsprechenden höflichen Appell auf Deutsch an den Ratsvorsitzenden der EU, Donald Tusk. Bitten Sie ihn im Einzelnen darum:

alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu ergreifen, um Asylsuchende aus Griechenland schnell aufzunehmen und innerhalb der EU umzuverteilen, ohne dabei selektive Auswahlkriterien zu verwenden.;

die Familienzusammenführung zu erleichtern und Asylsuchenden die Möglichkeit zu geben, in Griechenland bei den jeweiligen Botschaften des Ziellandes ein gültiges Visum für die Weiterreise zu erhalten;

mehr sichere und legale Zugangswege nach Europa zu schaffen, damit Flüchtlinge sich nicht auf die gefährliche Mittelmeerroute begeben müssen, um in Europa Schutz zu suchen.

Einen Brief mit diesen Forderungen können Sie hier abrufen, ausfüllen und abschicken.

Pressemitteilung der Jahresversammlung von Amnesty International

16. Mai 2016 - Amnesty International ruft die Politik in Deutschland und Europa mit Nachdruck dazu auf, "ihren Verpflichtungen zum Schutz von Flüchtlingen durch die Aufnahme verfolgter Menschen gerecht zu werden". Das beschlossen die über 400 Delegierte und Mitglieder auf der Jahresversammlung der deutschen Sektion der Menschenrechtsorganisation. Neben Anträgen zur strukturellen Ausrichtung von Amnesty diskutierten sie aktuelle Herausforderungen der Menschenrechtsarbeit und insbesondere die Entwicklungen der Flüchtlingspolitik.

In ihrer Abschlusserklärung bekräftigt die Jahresversammlung sowohl die Amnesty-Kritik am aktuellen EU-Türkei-Abkommen als auch an den deutschen Asylrechtsverschärfungen der vergangenen Monate - insbesondere den neuen Schnellverfahren, mit denen unter anderem Menschen, die aus sogenannten "sicheren" Herkunftsländern kommen, ein faires Asylverfahren verwehrt wird. Angesichts der dortigen Menschenrechtslage wenden sich die Delegierten nicht nur explizit gegen die Einstufung der Maghreb-Staaten als "sicher", wie sie erst am Freitag im Bundestag beschlossen wurde, sondern kritisieren auch die Einstufung von Bangladesch und Pakistan, die derzeit auf EU-Ebene diskutiert wird.

"Das Recht, Asyl zu suchen, ist ein Menschenrecht, das derzeit immer weiter eingeschränkt wird", sagt Gaby Stein, Vorstandssprecherin von Amnesty International in Deutschland. "Wir werden Politik und Öffentlichkeit weiter daran erinnern, dass es für jeden Menschen gilt und garantiert werden muss." Auf einer öffentlichen Aktion am Pfingstsamstag hatten die Amnesty-Mitglieder mit einem eigens aufgebauten offenen Grenzzaun gegen die europäische Abschottungspolitik protestiert.

Petition fuer Asylsuchende in Griechenland.pdf