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StartseiteMAHNWACHE ZU TÜRKEI: MENSCHENRECHTE IN GEFAHR

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Samstag, 25.11.2017

MAHNWACHE ZUM INTERNATIONALEN TAG ZUR BESEITIGUNG DER GEWALT GEGEN FRAUEN

12 - 13 Uhr vor dem Dom
Frauen sind in allen Gesellschaften vielfacher Gewalt ausgesetzt. Am Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen haben wir 2 Fälle herausgehoben: 1. die anhaltenden Vergewaltigungen im Bürgerkrieg in Südsudan 2. Den Fall von Teodora Carmen Vasquez, die in El Salvador wegen einer Fehlgeburt eine 30jährige Haftstrafe absitzen muss
Teodora del Carmen Vásquez wurde 2008 nach einer Fehlgeburt wegen „Mordes“ zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Als sie die Fehlgeburt erlitt, wurde sie blutüberströmt in Haft genommen statt zuerst medizinische Versorgung zu erhalten. Fälle wie dieser legen den Gedanken nahe, dass in El Salvador das Recht auf Leben zwar für das ungeborene Leben gilt, nicht jedoch für die Frauen im Land. Hintergrund ist das absolute Abtreibungsverbot in El Salvador. Selbst Frauen, die Fehl- und Totgeburten erleiden, werden kriminalisiert: Man wirft ihnen vor, heimlich einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen zu haben. Frauen, die wie Teodora del Carmen Vásquez aus armen Verhältnissen stammen, sind besonders betroffen. Sie werden von vornherein als schuldig betrachtet und können sich häufig keinen Rechtsbeistand leisten.

Sexuelle Gewalt im Südsudan Seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Südsudan 2013 wurden Tausende von Frauen Opfer sexueller Gewalt. Diese wird von Regierungs- wie Oppositionstruppen gleichermaßen verübt. Das Ausmaß der Brutalität ist schockierend und wird körperliche, psychische und soziale Auswirkungen über Jahrzehnte haben. Euner UNFPA-Studie zufolge waren 2015 bereits 72% der dort lebenden Frauen vergewaltigt worden. Im Amnesty-Report 2017 beschreiben Überlebende eindringlich, wie sie die brutalste sexuelle Gewalt erlebten. Diese findet statt, sobald sich Zivilisten und Militär nahekommen, bei Angriffen auf Dörfer, entlang Straßen, nach Entführungen oder in Haft, sie verschont weder ältere Frauen, noch junge Mädchen und Schwangere. Behörden im Südsudan versagen immer wieder bei der Untersuchung sexueller Gewalt wie auch dabei, Täter zur Verantwortung zu ziehen. Gründe sind fehlende Ressourcen bei der Strafjustiz und das Fehlen eines klaren politischen Bekenntnisses zur Verfolgung sexueller Gewalt. Überlebende dieser Gewalt benötigen dringend Hilfe zum Wiedererlangen körperlicher und seelischer Gesundheit. Die Opfer leben in Angst, sich mit übertragbaren Krankheiten wie HIV/AIDS angesteckt zu haben. Sie stoßen auf großen auf große Schwierigkeiten, medizinische Versorgung zu erhalten. In ländlichen Regionen ist die nächste Einrichtung oft weit entfernt, der Weg dorthin unsicher.