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Samstag, 11.8.2018

MAHNWACHE ZUM KONGO: MENSCHENRECHTLER_INNEN IN GEFAHR

12 - 13 Uhr vor dem Dom

Die Demokratische Republik Kongo ist seit mehr als 20 Jahren Schauplatz blutiger Konflikte. Tausende von Kindersoldatinnen und Kindersoldaten wurden in diesen Auseinandersetzungen eingesetzt – bis heute. Einige mutige Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger kämpfen seit Jahren dafür, etwas an dieser Situation zu ändern. Dafür werden sie selbst von regierungsnahen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen angegriffen. Neue, ins Parlament eingebrachte Gesetze drohen die Menschenrechtsarbeit im Land weiter zu erschweren. Murhabazi Namegabe setzt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten dafür ein, dass ehemalige Kindersoldatinnen und Kindersoldaten eine Zukunft haben. In seinen "Freiwilligenbüros für Kinder und Gesundheit" (BVES) werden ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten und Mädchen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, medizinisch und psychologisch behandelt. BVES gelingt es, 85 Prozent der Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen. Da Namegabe und die Mitarbeitenden von BVES Zeugen von Kriegsverbrechen durch bewaffnete Gruppierungen und Militärangehörige an Kindern sind, werden sie ständig unter Druck gesetzt und erhalten täglich Drohungen. Namegabe ist gezwungen, seine Aufenthaltsorte beständig zu wechseln, um nicht Opfer von Angriffen zu werden. Trotz dieser Bedrohungen setzen sich er und andere Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler weiter unablässig für die Zukunft der Menschen in der DR Kongo ein.
Werden Sie aktiv! Beteiligen Sie sich an unserer Online-Petition und fordern Sie den Justizminister auf, willkürliche Festnahmen und andere Schikanen gegenüber Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger sofort zu beenden und für die Sicherheit von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern zu sorgen. https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/menschenrechtlerinnen-und-menschenrechtler-im-kongo-schuetzen


Hier sind zwei Videos in denen Murhabazi über seine Arbeit spricht:https://www.youtube.com/watch?v=wze9EeG3Geg https://www.youtube.com/watch?v=-zjGhVnxY_E

Hintergrundinformationen

Nicht nur Murhabazi Namegabe, auch andere Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger in der DR Kongo sind erheblichen Bedrohungen ausgesetzt. Und die Situation verschärft sich weiter: Die Regierung hat einen Gesetzesentwurf zur Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Parlament eingebracht, das der Regierung weitgehende Kontrollrechte über NGOs sichern und dem Justizminister die Möglichkeit geben würde, NGOs bei Kritik an der Regierung zu schließen. Dies würde die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen weiter erschweren, deren Äußerungen häufig als Regierungskritik verstanden werden und die dann mit der Schließung rechnen müssen. Immer weiter eingeschränkt wird auch die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Oppositionelle, Aktivistinnen und Aktivisten und Medienschaffende werden als Regierungsgegnerinnen und -gegner betrachtet und willkürlich verhaftet.

Seit Dezember 2016 finden in der DR Kongo vermehrt Proteste statt, auf denen Unmut über das Verbleiben von Präsident Joseph Kabila im Amt geäußert wird. Seine reguläre Amtszeit endete am 19. Dezember 2016. Die Regierung geht ihrerseits mit exzessiver Gewalt gegen diese Proteste vor.

Murhabazi Namegabe rettet tausende Kinder vor Krieg und sexueller Gewalt

Murhabazi Namegabe engagiert sich in der Demokratischen Republik Kongo seit mehr als 20 Jahren für die Wiedereingliederung von Kindersoldatinnen und -soldaten in die Gesellschaft. Bei seinem Einsatz, die Kinder vor Gewalt und Krieg zu schützen, riskiert er fast täglich sein eigenes Leben.

Immer wieder wird er angegriffen – selbst von regierungsnahen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen. Nun droht ein ins Parlament eingebrachtes NGO-Gesetz, seine Arbeit und die anderer Menschenrechtlerinnen und -rechtler im Land noch weiter zu erschweren. Organisationen wie die von Namegabe könnten dann wegen "Regierungskritik" geschlossen werden. Dennoch ist Aufgeben für ihn keine Option.''

"Was mich motiviert, sind die Familien, die ich treffe, die ihre Kinder bereits für tot hielten. Durch die Arbeit unserer Organisation sind diese Kinder aber wiedergefunden worden. Menschen aus der ärmeren Bevölkerung kommen zu mir, umarmen mich und sagen mir: 'Dank Ihnen haben wir unsere Kinder wiedergefunden."

Murhabazi Namegabe, Ein Leben für die Zukunft der Kinder

Murhabazi Namegabe hilft diesen Kindern, über das Erlebte hinweg zu kommen und zurück in ein normales Leben zu finden. In seinen Freiwilligenbüros für Kinder und Gesundheit (BVES) werden ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten und Mädchen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, medizinisch und psychologisch betreut. Über 350 Freiwillige und Angestellte arbeiten in den fünf Betreuungszentren in Nord- und Südkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo dafür, dass die Kinder eine schulische Ausbildung erhalten. Die Kinder erlernen zudem einfache Tätigkeiten, bevor sie wieder in ihre Familien eingegliedert werden.

Der BVES gelingt es, 85% der Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen. In den vergangenen 20 Jahren konnte Namegabe mit seiner Organisation schätzungsweise mehr als 4.000 Kindersoldatinnen und -soldaten und mehr als 4.500 Mädchen aus sexueller Gewalt befreien.