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Samstag, 13.10.2018

MAHNWACHE GEGEN DIE TODESSTRAFE

12 - 13 Uhr vor dem Dom

Der 10.10. ist der Internationale Tag gegen die Todesstrafe. Aus diesem Grund macht AI-Bremen eine Mahnwache mit aktuellen Fällen von Menschen, deren Hinrichtung ansteht. In diesem Jahr ruft AI und die Koalition Gegen Die Todesstrafe die Staaten, die noch hinrichten, dazu auf, die Menschenwürde der zum Tode Verurteilten zu respektieren und hebt dabei 3 Aspekte hervor:
1. EINZELHAFT: Der Kontaktverlust führt zu schweren Depressionen, Apathie und Realitätsverlust
2. FEHLENDE TRANSPARENZ IN VERBINDUNG MIT DER ANGST, IN DER TODESZELLE ZU SITZEN: oft gibt es keine Informationen über Hinrichtungstermine, Gnadengesuche etc.
3. UNZUREICHENDER ZUGANG ZU ÄRZTLICHER VERSORGUNG:oft haben Todeszelleninsassen keinen Zugang zu Medikamenten und angemessener ärztlicher und psychiatrischer Betreuung.
Bis zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe sollten alle Länder, die diese grausame und unmenschliche Strafe noch vorsehen, dafür Sorge tragen, dass Todeskandidatinnen und -kandidaten mit Menschlichkeit und Würde behandelt werden, dass ihnen angemessene körperliche und geistige Gesundheitsfürsorge zuteilwird und dass sie unter Einhaltung völkerrechtlicher Standards inhaftiert werden. Die Todesstrafe ist die äußerste Form grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Strafe. Alle Länder sollten sich der weltweiten Bewegung zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe anschließen,um auf diese Weise dem Recht auf Leben Achtung zu schenken und die Menschenwürde zu schützen. Niemand sollte unmenschliche Haftbedingungen ertragen müssen. Dennoch sind Todeskandidaten oft schlechten Lebensbedingungen, strikter Isolation, längerer Einzelhaft und extremen Ängsten aufgrund der drohenden Hinrichtung und mangelnder Transparenz über ihre Situation ausgesetzt. Die Forderung nach besseren Haftbedingungen im Todestrakt ist berechtigt, aber nur ein Minimalziel. Es bleibt die Kernforderung an alle Staaten, die an der Todesstrafe festhalten, alle Hinrichtungen unverzüglich zu stoppen und die Todesstrafe im Gesetz vollständig abzuschaffen. Amnesty International ist überzeugt, dass sich die Grausamkeit der Todesstrafe nur dadurch beseitigen lässt, indem die Todesstrafe ein für alle Mal aufgegeben wird.

AKTUELLE FÄLLE IRAN: Mohammad Reza Haddadi wurde nach einem unfairen Verfahren für einen Mord zum Tode verurteilt, den er im Alter von 15 Jahren begangen haben soll. Er wartet seit 14 Jahren auf seine Hinrichtung. Schreiben Sie einen Brief an den Justizminister und verlangen Sie eine Umwandlung der Todesstrafe in eine Haftstrafe. MALAYSIA: Hoo Yew Wah wurde vor 13 Jahren wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt. Verlangen Sie die Umwandlung der Todesstrafe in eine Haftstrafe für ihn und alle Gefangenen in der Todeszelle.

FAKTEN ZUR TODESSTRAFE 2017
107 Länder haben die Todesstrafe für alle Verbrechen abgeschafft
7 Länder haben die Todesstrafe für gewöhnliche Verbrechen abgeschafft
28 Länder führen die Todesstrafe nicht mehr aus
56 Länder haben noch die Todesstrafe
23 Länder haben 2017 Hinrichtungen durchgeführt
• 2017 waren die Staaten mit den meisten Hinrichtungen: China, Iran, Saudi Arabien, Irak und Pakistan.

Amnesty International verzeichnete 2017 weltweit einen Rückgang sowohl der Hinrichtungen als auch der verhängten Todesurteile. Weniger als 1.000 Hinrichtungen und weniger als 2.600 neue Todesurtei- le bedeuteten eine Abnahme um vier bzw. 17 Prozent im Vergleich zu 2016. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die drei Länder, aus denen 2016 die meisten Hinrichtungen gemeldet wurden: Iran, Saudi-Arabien und Pakistan. China war wieder einmal der weltweit führende Henkerstaat, auch wenn Daten über die Todesstrafe als Staatsgeheimnis eingestuft blieben. Zwei Länder – Guinea und die Mongolei – schafften die Todesstrafe für alle Straftaten ab, während Guatemala sie für gewöhnliche Verbrechen wie Mord aufgab. In der Region Mittlerer Osten und Nordafrika gehörten Iran, Saudi-Arabien und Irak weiterhin zu den Staaten, die weltweit für die meisten Hinrichtungen verantwortlich sind. Bahrain, Jordanien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen Hinrichtungen wieder auf. Fortschritte waren in der Region Afrika südlich der Sahara zu verzeichnen. Hinrichtungen fanden nur in Somalia und Südsudan statt – das waren drei Staaten weniger als noch 2016. Todesurteile wurden in 15 Staaten verhängt, 2016 waren es 17. In vielen Staaten der Region Asien und Pazifik verletzte die Anwendung der Todesstrafe weiterhin das Völkerrecht, weil die Todesstrafe oft als zwingend vorgeschriebenes Strafmaß für nicht-tödliche Verbre- chen, wie etwa Drogenhandel, verhängt wurde. Die USA sind unverändert das einzige Land, das die Todesstrafe in der Region Amerika vollstreckt. Das ist bereits im neunten Jahr in Folge der Fall. Nur drei Länder – Guyana, Trinidad und Tobago sowie die USA verhängten Todesurteile. In der Region Europa und Zentralasien war Belarus das einzige Land, das die Todesstrafe verhängte und vollstreckte.

Schreiben Sie einen Brief an den Justizminister und verlangen Sie eine Umwandlung der Todesstrafe in eine Haftstrafe: Brief_Iran_engl.doc

Verlangen Sie die Umwandlung der Todesstrafe in eine Haftstrafe für ihn und alle Gefangenen in der Todeszelle: Brief_Malaysia_1.doc