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Nigeria

Samstag, 24.11.2018

MAHNWACHE ZUM INTERNATIONALEN TAG ZUR BESEITIGUNG DER GEWALT GEGEN FRAUEN

12 - 13 Uhr vor dem Dom

Frauen sind in allen Gesellschaften vielfacher Gewalt ausgesetzt, z.B. in Nigeria, wo die nigerianischen Streitkräfte viele Frauen aus der Gewalkt der Terrorgruppe Boko Haram befreit haben, sie aber die Frauen weiter misshandeln. Tausende Frauen und Mädchen haben Boko Haram überlebt, nur um von den nigerianischen Sicherheitskräften, die sie schützen sollen, erneut missbraucht und misshandelt zu werden. Viele sind von Sicherheitskräften in Militärlagern im Nordosten Nigerias weiter misshandelt und ausgebeutet worden. Unter Androhung von Gewalt und im Tausch gegen Nahrung wurden Hungernde zu Sex gezwungen. Der Amnesty-Bericht „They betrayed us“ zeigt, wie das nigerianische Militär und die mit ihm verbündete Miliz „Civilian Joint Task Force“ (JTF) Frauen von ihren Männern trennte und sie in entlegene Camps sperrte und ver- gewaltigte. Amnesty International hat zudem Beweise gesammelt, dass seit 2015 tausende Menschen in den Militärlagern im Bundesstaat Borno verhungert sind. „Es ist absolut schockierend, dass Menschen, die bereits so viel unter Boko Haram gelitten haben, weitere grausame Misshandlungen durch das nigerianische Militär erdulden mussten“, sagt Osai Ojigho, Direktorin von Amnesty International Nigeria. In den letzten Jahren hat das nigerianische Militär intensive Operationen durchgeführt, um Gebiete wiederzuerlangen, die unter die Kon- trolle der bewaffneten Gruppe Boko Haram geraten waren. Aber anstatt hunderttausende Menschen, die in diesen Gebieten gefangen waren, zu befreien, mussten Überlebende nur noch mehr Gewalt und Missbrauch erfahren. Manche Frauen sind besonders gefährdet, misshandelt zu werden, weil ihre Ehemänner weggebracht wurden. Diese hatte man automatisch verdächtigt, Boko-Haram-Kämpfer zu sein, weil sie Männer eines bestimmten Alters waren.

FRAUEN WEHREN SICH Aber eine Gruppe vertriebener Frauen, die sich KNIFAR-BEWEGUNG nennt, setzt sich für Gerechtigkeit und für die Freilassung ihrer Männer ein. Die Gruppe von etwa 1.300 Mitgliedern hat eine Liste von Namen von fast 800 Menschen aus ihren Dörfern gesammelt, die an Hunger und Krankheit bei der Vertreibung gestorben sind. Sie haben sexuelle Gewalt, begangen vom Militär und zivilen Milizen im Lager, gemeldet. Die Gruppe legte einem Untersuchungsgremium des Präsidenten ausführliche Zeug*innenaussagen über die Vergehen vor, denen sie ausgesetzt waren, doch der Bericht wurde nicht veröffentlicht. Wenn wir Druck auf den Präsidenten ausüben, den Bericht zu veröffentlichen, ist ein großer Schritt in Richtung Gerechtigkeit getan. Fordere Gerechtigkeit für die Opfer von Gewalt durch Boko Haram und die nigerianischen Behörden. Regierungsbehörden dürfen nicht hilflose Menschen misshandeln und ihnen Gewalt antun.