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EREN

SAMSTAG, 23.3.2019

Mahnwache für inhaftierte Frauen

12:00 - 13:00 Uhr zwischen Dom und Rathaus

Weltweit sind Frauen Opfer von Menschenrechtsverletzungen, sei es als Opfer männlicher Gewalt, sei es wegen ihres mutigen politischen Engagements. AI hat Frauen aus drei Ländern ausgewählt, für die man sich einsetzen kann.

Türkei: Eren Keskin

Die Menschenrechtsverteidigerin und Rechtsanwältin Eren Keskin setzt sich seit Jahrzehnten unbeirrt für die Menschenrechte in der Türkei ein. So unterstützt sie beispielsweise Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden, sowie Angehörige von Minderheiten und erhebt ihre Stimme immer wieder für die Meinungsfreiheit.

Wegen ihrer Unterstützung für eine prokurdische Zeitung drohen Eren Keskin nun lange Haftstrafen. Aus Solidarität mit der Zeitung "Özgür Gündem", die immer wieder zahlreichen Repressionen ausgesetzt war und im Oktober 2016 verboten wurde, hatte Eren Keskin von 2013 bis Anfang 2016 symbolisch die Funktion der Chefredakteurin übernommen.

Obwohl sie diese Funktion nie praktisch ausgeübt hat und keinen Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen hatte, haben die Behörden gegen sie 129 Gerichtsverfahren eingeleitet, zumeist wegen einzelner während ihrer Zeit als Chefredakteurin in der Zeitung erschienener Artikel. Dazu kommen noch weitere Verfahren aufgrund politischer Meinungsäußerungen.

In einzelnen der "Özgür Gündem"-Verfahren sind bereits in erster Instanz Urteile ergangen. Die dabei verhängten Strafen beliefen sich bis Januar 2019 bereits auf insgesamt zwölf Jahre und sechs Monate Haft sowie hohe Geldstrafen. Sollte sie rechtskräftig verurteilt und inhaftiert werden, wäre dies ein schwerer Schlag für den Menschenrechtsschutz in der Türkei und für all diejenigen Opfer von Menschenrechtsverletzungen, denen Eren Keskin zur Seite steht.

Mach mit bei unserer E-Mail Aktion an den türkischen Justizminister Abdülhamit Gül. Schreibe jetzt eine E-Mail, damit die juristischen Schikanen gegen Eren Keskin beendet werden und sie ihre Menschenrechtsarbeit ungehindert und ohne Angst vor Repressalien fortführen kann!

Ägypten: Amal Fathy Amal

Die Justizfarce gegen die ägyptische Frauenrechtlerin Amal Fathy geht weiter: Nachdem ein Gericht ihre Freilassung angeordnet hatte, bestätigte ein anderes Gericht im zweiten gegen Amal Fathy laufenden Verfahren eine zweijährige Haftstrafe. Nur wenige Tage, nachdem sie endlich nach Hause zurückkehren konnte, droht ihr damit wieder die Verhaftung.

Amal Fathy konnte am 27. Dezember 2018 das Gefängnis verlassen, nachdem ein Gericht in Kairo ihre Entlassung aus der Untersuchungshaft angeordnet hatte. Sie darf ihr Haus jedoch außer für medizinische Behandlungen nicht verlassen, und muss sich wöchentlich bei der Polizei melden.

Nur wenige Tage später bestätigte jedoch ein anderes Kairoer Gericht im zweiten, gegen Amal Fathy laufenden Verfahren den Schuldspruch und damit die Verurteilung zu zwei Jahren Haft. Die Vollstreckung des Urteils war bisher nach Bezahlung einer Kaution ausgesetzt gewesen. Amal Fathy war gerade erst nach acht Monaten im Gefängnis wieder nach Hause zu ihrem Ehemann und ihrem Kind zurückgekehrt, doch nun kann sie jederzeit wieder in Haft genommen werden.

Beide gegen Amal Fathy laufenden Verfahren gehen einzig darauf zurück, dass die Frauenrechtsverteidigerin über soziale Medien von ihren Erfahrungen sexueller Gewalt im öffentlichen Raum berichtet und die Untätigkeit der ägyptischen Regierung kritisiert hatte. Mit dem jüngsten Urteil und der ganzen Justizfarce gegen Amal Fathy demonstriert das ägyptische Regime, dass jegliches eigenständige zivilgesellschaftliche Engagement in Ägypten unerwünscht ist.

Amnesty International fordert, dass alle Anklagen gegen Amal Fathy fallengelassen werden. Hier geht's zur Online-Petition.

Saudi-Arabien: Mutige Frauen Loujain

In Saudi-Arabien werden Menschenrechtsverteidiger_innen schikaniert, denunziert und immer häufiger in unfairen Verfahren zu langen Haftstrafen verurteilt.

Obwohl sich der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman als Reformer inszeniert und behauptet, für mehr Gleichberechtigung einzutreten, wurden kurz nach der Einführung des Frauenfahrrechts im Königreich einige der prominentesten Frauenrechtlerinnen des Landes unter fadenscheinigen Anschuldigungen in Bezug auf ihre Arbeit für die Rechte von Frauen festgenommen. Frauen werden in Saudi-Arabien immer noch systematisch durch die Rechtslage diskriminiert. Frauen und Mädchen benötigen für das Einschreiben an Bildungseinrichtungen, für Reisen und zum Heiraten nach wie vor das Einverständnis des männlichen Familienoberhauptes. Genau gegen diese Diskriminierung setzen sich viele der nun inhaftierten Menschenrechtsverteidiger_innen ein.

HIER GEHT'S ZUR ONLINE-PETITION